KI-Betrug beim Online-Dating erkennen: Deepfakes, KI-Bilder und KI-Nachrichten

Aktualisiert am 20. Oktober 2026 · Von Smooch-Redaktion · Verantwortlich: Bill Alena

Betrüger nutzen künstliche Intelligenz beim Online-Dating vor allem auf drei Arten: für Profilfotos von Menschen, die es nicht gibt, für flüssige, einfühlsame Nachrichten in perfektem Deutsch und für gefälschte Bilder oder Videos, die eine Notlage beweisen sollen. Perfekte Erkennung gibt es nicht. Einige Merkmale verraten KI aber oft, und die wichtigste Schutzregel bleibt unverändert: kein Geld an Menschen, die Sie nie persönlich getroffen haben.
Smartphone mit Dating-Profil, daneben ein Laptop mit Bildbearbeitung, Symbol für KI-generierte Fotos

Wie nutzen Betrüger KI beim Online-Dating?

Betrüger erzeugen mit KI Profilbilder echter wirkender Menschen, lassen Nachrichten in fehlerfreiem Deutsch schreiben und erfinden mit gefälschten Bildern oder Videos Beweise für Notlagen.

Behörden in allen drei Ländern beobachten, dass KI im Betrug eine wachsende Rolle spielt. Das Bundeslagebild Cybercrime 2025 des Bundeskriminalamts hält fest, dass KI-Tools im Cybercrime-Bereich an Bedeutung gewinnen und Angriffe effizienter und professioneller machen. Der österreichische Cybercrimereport 2025 beschreibt, dass sich der Trend zum Einsatz von KI für betrügerische Deepfakes 2025 fortgesetzt hat.

Für das Online-Dating besonders deutlich wurde das Schweizer Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) im April 2026: Romance-Scammer nutzen zunehmend KI-generierte Bilder, etwa von angeblichen Angehörigen im Krankenhausbett, angeschlossen an medizinische Geräte. Teils werden persönliche Details eingebaut, wie ein gerahmtes Foto oder eine Tasse mit dem Namen des Opfers. Es folgen „Updates“ über einen sich verschlechternden Zustand und steigende Behandlungskosten. Stirbt der „Patient“, schicken die Täter manchmal KI-Bilder von Grabsteinen oder gefälschte Todesanzeigen.

KI-EinsatzWofür Betrüger ihn nutzenWorauf Sie achten sollten
KI-ProfilbilderAttraktive Gesichter, die bei keiner Rückwärtssuche auftauchenZu glatte Haut, seltsame Details, keine Alltagsfotos
KI-TexteLange, gefühlvolle Nachrichten in fehlerfreiem DeutschAllgemeine Antworten, die nicht auf Ihre Fragen eingehen
KI-„Beweisfotos“Krankenhaus, Unfall, Zollbescheid als DruckmittelNotlagen, die immer genau dann kommen, wenn es um Geld geht
Deepfake-VideoEin Gesicht im Videoanruf, das zu den Profilfotos passtRuckeln bei Kopfbewegungen, verrutschende Konturen
StimmkloneKurze Sprachnachrichten oder Anrufe mit passender StimmeAusweichen bei spontanen Rückfragen

Wie erkennen Sie KI-generierte Profilbilder?

Achten Sie auf zu perfekte Haut, unlogische Details an Händen, Ohren, Schmuck oder Hintergrund und darauf, dass es keine normalen Alltagsfotos gibt. Eine leere Rückwärtssuche ist bei KI-Bildern kein Beweis für Echtheit.

KI-Bilder werden immer besser, und früher typische Fehler wie sechs Finger sind seltener geworden. Trotzdem lohnt ein genauer Blick:

  • Zu perfekt: Porenlose Haut, perfekt symmetrische Gesichter, ein Licht wie im Studio auf jedem Bild.
  • Unlogische Details: Ohrringe, die nicht zusammenpassen, Brillen, die ins Gesicht übergehen, Schrift im Hintergrund, die keinen Sinn ergibt.
  • Verschwommene Ränder: Haare, die mit dem Hintergrund verschmelzen, Hände, die seltsam abgeschnitten sind.
  • Kein Alltag: Keine Fotos mit Freunden, kein unscharfer Schnappschuss, kein Bild beim Wandern oder beim Kochen.
  • Immer gleich alt: Alle Bilder scheinen am selben Tag entstanden zu sein.

Weitere Warnzeichen, die nichts mit Technik zu tun haben, finden Sie in unserem Ratgeber Fake-Profile erkennen.

Woran erkennen Sie KI-geschriebene Nachrichten?

KI-Nachrichten sind oft lang, gefühlvoll und fehlerfrei, gehen aber selten konkret auf das ein, was Sie geschrieben haben. Stellen Sie gezielte Fragen zu Ort, Alltag und Details, die sich nicht allgemein beantworten lassen.

Früher verrieten sich viele Scammer durch holpriges Deutsch. Heute übersetzt und formuliert KI in Sekunden. Gutes Deutsch ist also kein Beweis mehr für Echtheit. Hinweise auf KI-Texte sind eher:

  • Lange, perfekt formulierte Liebesbriefe schon nach wenigen Tagen
  • Antworten, die sich gut anhören, aber Ihre konkrete Frage nicht beantworten
  • Ein auffallend gleichförmiger Ton, ganz gleich, ob es um Frühstück oder Trauer geht
  • Plötzliche Stilbrüche, wenn offenbar ein Mensch statt der KI schreibt
  • Keine eigenen kleinen Geschichten, keine Tippfehler, kein Dialekt, kein Humor, der zu einer Person passt

So testen Sie es: Fragen Sie nach Dingen, die man nur weiß, wenn man wirklich vor Ort lebt. Zum Beispiel: „Welchen Bäcker magst du bei dir um die Ecke am liebsten?“ oder „Was hast du am Wochenende gekocht?“ Bitten Sie um eine kurze Sprachnachricht mit einem Satz, den Sie vorgeben. Ausweichende oder allgemeine Antworten sind ein Signal.

Achtung: Sehr schnelle, überschwängliche Zuneigung ist ein Warnzeichen, ob sie von einem Menschen oder einer KI stammt. Mehr dazu unter Love-Bombing.

Wie entlarven Sie einen Deepfake im Videoanruf?

Bitten Sie Ihr Gegenüber, den Kopf zur Seite zu drehen, mit der Hand vor dem Gesicht zu winken oder etwas Spontanes zu tun. Echtzeit-Deepfakes zeigen dabei oft Ruckler, verrutschende Konturen oder unnatürliches Licht.

Der Videoanruf bleibt einer der besten Echtheitstests beim Online-Dating. Weil Deepfakes besser werden, lohnt es sich aber, bewusst hinzuschauen. Diese kleinen Tests sind leicht und wirken nicht wie ein Verhör:

  1. Kopf drehen

    Bitten Sie beiläufig darum, Ihnen etwas im Raum zu zeigen. Bei seitlichen Kopfbewegungen verzerren viele Deepfakes kurz.

  2. Hand vors Gesicht

    Winken, sich durchs Haar fahren, eine Tasse vors Gesicht halten. Wenn etwas das Gesicht verdeckt, sieht man Fälschungen oft am besten.

  3. Licht ändern

    Fragen Sie, ob die Person kurz ans Fenster gehen oder eine Lampe einschalten kann. Echte Gesichter reagieren natürlich auf neues Licht.

  4. Spontan reagieren

    Erzählen Sie etwas Lustiges und achten Sie auf ein echtes Lachen. Achten Sie auch darauf, ob Lippen und Ton zusammenpassen.

Endet der Anruf immer nach wenigen Sekunden, ist die Verbindung „zufällig“ immer schlecht oder bleibt die Kamera aus, ist das ein ebenso deutliches Signal. Wie Sie einen Videoanruf entspannt vorschlagen, lesen Sie unter Videoanruf vor dem ersten Date.

Wie gehen Dating-Seiten gegen KI-Betrug vor?

Dating-Seiten setzen unterschiedliche Mittel ein, etwa die Prüfung neuer Profile, Identitätsprüfungen und Meldefunktionen. Welche Technik genau dahintersteht, legen die meisten Anbieter nicht offen. Keine Methode erkennt jede Fälschung.

In der Branche ist viel von automatischer Erkennung die Rede. Wie gut solche Systeme im Einzelfall arbeiten, lässt sich von außen kaum beurteilen. Seien Sie deshalb vorsichtig mit Versprechen, eine Plattform sei dank KI „fake-frei“.

Bei Smooch setzen wir auf drei Bausteine, die wir offen beschreiben können: Neue Profile und Fotos werden geprüft, bevor sie erscheinen. Mitglieder können ihre Identität freiwillig mit einem Lichtbildausweis und einem Selfie bestätigen und zeigen dann das Abzeichen „ID verified“. Und jedes Mitglied lässt sich blockieren und melden, die Meldungen prüft unser Moderationsteam. Mehr dazu unter Wie Smooch Sie schützt.

SchutzWas er leistetWo seine Grenze liegt
Prüfung neuer ProfileHält offensichtliche Fälschungen fernErkennt nicht jede gut gemachte Fälschung
ID-Verifizierung mit SelfieVerbindet das Profil mit einem echten AusweisFreiwillig, nicht jedes Profil ist verifiziert
Meldungen der MitgliederFängt auf, was erst im Gespräch auffälltFunktioniert nur, wenn gemeldet wird
Ihr eigener VideoanrufZeigt, ob die Person spontan reagiertDeepfakes werden besser
Kein Geld an InternetbekanntschaftenSchützt vor dem größten SchadenKeine, solange Sie dabei bleiben

Warum ist die Grundregel wichtiger als jede Technik?

Weil jede Erkennung irgendwann überlistet werden kann, die Regel „kein Geld an Internetbekanntschaften“ aber nicht. Wer sie einhält, ist vor dem finanziellen Schaden durch Love-Scamming geschützt, egal wie echt die Fälschung wirkt.

Die Schweizerische Kriminalprävention hat ihre Kampagne gegen Romance-Scam auf einen Satz gebracht: „Kein Geld an Internetbekanntschaften.“ Das gilt umso mehr, seit KI Fotos, Videos und Dokumente täuschend echt fälschen kann. Ein Krankenhausfoto, eine Arztrechnung oder ein Zollbescheid beweist im Zeitalter der KI nichts mehr.

  • Schicken Sie kein Geld, keine Gutscheinkarten und keine Kryptowährung an Menschen, die Sie nie getroffen haben.
  • Schicken Sie keine Ausweiskopien und keine intimen Fotos.
  • Investieren Sie nie auf Empfehlung einer Internetbekanntschaft, auch nicht auf einer Plattform, die seriös aussieht.
  • Sprechen Sie mit jemandem, dem Sie vertrauen, bevor Sie eine größere Entscheidung treffen.

Wenn Sie bereits gezahlt haben, finden Sie alle Meldestellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Ratgeber Love-Scam melden.

Häufige Fragen

Gibt es ein Programm, das KI-Bilder sicher erkennt?

Es gibt Werkzeuge, die Hinweise liefern, aber keines arbeitet fehlerfrei. Verlassen Sie sich nicht allein darauf. Ein Videoanruf und die Regel, kein Geld zu schicken, sind verlässlicher.

Ist ein Profil ohne Rückwärtssuche-Treffer automatisch echt?

Nein. Gestohlene Fotos findet die Suche oft, KI-generierte Bilder dagegen nicht, weil es sie nur einmal gibt. Ein leeres Ergebnis ist also kein Echtheitsbeweis.

Kann ein Love-Scammer auch in einem Videoanruf mit KI täuschen?

Ja, Echtzeit-Deepfakes sind möglich, aber oft noch fehleranfällig. Bitten Sie um Kopfdrehungen, Gesten vor dem Gesicht und spontane Reaktionen. Bleibt Zweifel, treffen Sie keine Geldentscheidung.

Darf ich selbst KI für mein Dating-Profil nutzen?

Zum Formulieren des Profiltexts kann KI eine Hilfe sein, solange der Inhalt ehrlich bleibt und nach Ihnen klingt. Fotos sollten echt und aktuell sein. Tipps dazu finden Sie in unseren Ratgebern zu Profilfotos.

Quellen

  1. Netzwoche: BACS warnt vor KI-generierten Bildern beim Romance Scam (8. April 2026) (geprüft im Oktober 2026)
  2. Bundesregierung: Bundeslagebild Cybercrime 2025 (12. Mai 2026) (geprüft im Oktober 2026)
  3. Bundesministerium für Inneres (Österreich): Cybercrimereport 2025 (Abschnitt 2.1 Internetbetrug, Deepfakes, geprüft im Oktober 2026)
  4. Schweizerische Kriminalprävention: Kampagne „Romance Scam. Wahre Liebe kostet nicht“ (geprüft im Oktober 2026)

So recherchieren und aktualisieren wir unsere Ratgeber: unsere redaktionellen Richtlinien. Ist Ihnen etwas Veraltetes aufgefallen? Schreiben Sie uns.

Bereit, jemanden kennenzulernen, der es ernst meint?

Die Anmeldung bei Smooch und Ihr Profil sind kostenlos.

Kostenloses Profil erstellen