Love-Scam melden: So erstatten Sie Anzeige in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Aktualisiert am 20. Oktober 2026 · Von Smooch-Redaktion · Verantwortlich: Bill Alena

Wenn Sie auf einen Love-Scam hereingefallen sind, handeln Sie in dieser Reihenfolge: keine weiteren Zahlungen, sofort die Bank anrufen, alle Beweise sichern, dann Anzeige erstatten. In Deutschland geht das bei jeder Polizeidienststelle oder online über die Onlinewachen der Länder, in Österreich bei jeder Polizeiinspektion oder per E-Mail an die Meldestelle des Bundeskriminalamts, in der Schweiz bei der Kantonspolizei. Melden Sie das Profil außerdem der Dating-Plattform.
Frau meldet ein verdächtiges Dating-Profil auf ihrem Smartphone

Was sollten Sie nach einem Love-Scam zuerst tun?

Stoppen Sie alle Zahlungen, rufen Sie sofort Ihre Bank an, sichern Sie Chats und Belege, brechen Sie den Kontakt ab und erstatten Sie dann Anzeige. Je schneller Sie handeln, desto eher lässt sich Geld vielleicht noch aufhalten.

Zeit ist der wichtigste Faktor. Betrüger leiten Geld oft innerhalb kurzer Zeit über mehrere Konten weiter. Deshalb kommt die Bank zuerst, die Anzeige direkt danach.

  1. Zahlungen stoppen

    Überweisen Sie nichts mehr, auch nicht für angebliche Gebühren, Steuern oder eine „Rückzahlung“.

  2. Bank anrufen

    Schildern Sie den Betrug und fragen Sie, ob Zahlungen zurückgerufen werden können. Lassen Sie Karten und Online-Banking sperren, wenn Sie Zugangsdaten weitergegeben haben.

  3. Beweise sichern

    Screenshots von Profil, Chats, Telefonnummern, E-Mails und Zahlungsbelegen, bevor der Täter sein Konto löscht. Was genau, steht weiter unten.

  4. Kontakt abbrechen

    Nicht mehr antworten, blockieren, notfalls neue E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Konfrontieren Sie den Täter nicht.

  5. Anzeige erstatten

    Bei der Polizei in Ihrem Land, wie in den folgenden Abschnitten beschrieben. Die Polizei rät dazu besonders, wenn Sie Geld verloren oder Ausweiskopien verschickt haben.

  6. Profil melden

    Bei der Dating-Seite oder dem sozialen Netzwerk, damit das Konto gesperrt wird.

Wie melden Sie Love-Scamming in Deutschland?

Erstatten Sie Anzeige bei jeder Polizeidienststelle oder online über die Onlinewachen der Länder (portal.onlinewache.polizei.de). Karten sperren Sie über den Sperr-Notruf 116 116. Bei Bedrohung oder Gewalt wählen Sie 110.

Polizei vor Ort: Sie können bei jeder Polizeidienststelle Anzeige erstatten. Die Polizeiliche Kriminalprävention rät dazu ausdrücklich, vor allem wenn Ihnen ein finanzieller Schaden entstanden ist oder Kopien Ihres Ausweises missbraucht werden könnten.

Online-Anzeige: Über das gemeinsame Portal der Onlinewachen der Polizeien in Deutschland können Sie einfache Delikte wie Betrug rund um die Uhr online anzeigen. Wählen Sie das Bundesland, in dem die Tat geschah. Bei Taten im Internet oder an unbekanntem Ort wählen Sie Ihr Wohnsitz-Bundesland. Das Portal leitet Sie dann zur Onlinewache der zuständigen Landespolizei weiter. Die Formulare unterscheiden sich je nach Land etwas.

Notruf 110: Werden Sie bedroht oder erpresst, etwa mit intimen Fotos, wenden Sie sich sofort an die Polizei, persönlich oder über den Notruf 110.

Karten sperren: Der Sperr-Notruf 116 116 sperrt rund um die Uhr Girocard, Kreditkarten, Online-Banking und SIM-Karten. Aus dem Ausland erreichen Sie ihn unter +49 116 116 oder +49 30 4050 4050.

Wie melden Sie einen Love-Scam in Österreich?

Erstatten Sie Anzeige bei jeder Polizeiinspektion oder schreiben Sie an die Meldestelle Cybercrime des Bundeskriminalamts (against-cybercrime@bmi.gv.at). Watchlist Internet nimmt Hinweise auf Online-Betrug entgegen. Im Notfall wählen Sie 133.

Polizeiinspektion: Jede Straftat können Sie in Österreich bei jeder Polizeiinspektion anzeigen. Das Bundeskriminalamt empfiehlt in seinem Infoblatt zu Love-Scam: Kontakt beenden, keine weiteren Zahlungen leisten, das Profil bei der Plattform melden und mit den gesicherten Beweisen Anzeige erstatten.

Meldestelle Cybercrime: Das Bundeskriminalamt betreibt eine eigene Meldestelle für Cybercrime, erreichbar per E-Mail an against-cybercrime@bmi.gv.at. Dort können Sie Straftaten im Internet melden. Für eine förmliche Anzeige mit Ihren Beweisen ist die Polizeiinspektion der direkte Weg.

Watchlist Internet: Die Watchlist Internet ist eine unabhängige österreichische Informationsplattform zu Internetbetrug, betrieben vom Österreichischen Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT). Über ihr Meldeformular können Sie betrügerische Seiten und Maschen melden. Das hilft, andere zu warnen, ersetzt aber keine Anzeige bei der Polizei.

Notruf 133: Bei akuter Gefahr erreichen Sie die Polizei unter 133 oder über den Euro-Notruf 112.

Wie verbreitet Betrug im Netz ist, zeigt der Cybercrimereport 2025 des Innenministeriums: 2025 wurden in Österreich 31.001 Fälle von Internetbetrug angezeigt. Love-Scams werden dort ausdrücklich als eine der Formen genannt.

Wie melden Sie einen Romance-Scam in der Schweiz?

Erstatten Sie Strafanzeige bei der Kantonspolizei. Die nächste Polizeistelle finden Sie über Suisse ePolice. Zusätzlich können Sie den Fall dem Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) melden. Im Notfall wählen Sie 117.

Kantonspolizei: In der Schweiz ist die Polizei Ihres Kantons zuständig. Die Schweizerische Kriminalprävention (SKP) rät, die Anzeige beim örtlichen Polizeiposten zu machen und Kontoangaben, Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Profilnamen mitzubringen. Den nächsten Posten finden Sie über Suisse ePolice.

Online-Anzeige: Einige Kantone nehmen über Suisse ePolice inzwischen auch bestimmte Cyberdelikte online entgegen, Basel-Landschaft zum Beispiel seit Februar 2026 für ausgewählte Fälle von Online-Betrug wie nie gelieferte Bestellungen. Ein Romance-Scam fällt meist nicht darunter, deshalb ist der Polizeiposten in der Regel der richtige Weg.

Bundesamt für Cybersicherheit (BACS): Über das Meldeformular des BACS können Sie Cybervorfälle elektronisch melden, auch wenn Sie unsicher sind, ob Sie Opfer geworden sind. Die Meldungen helfen dem Bund, neue Maschen zu erkennen und die Bevölkerung zu warnen. Eine Strafanzeige ersetzt das nicht.

Notruf 117: Bei Bedrohung oder Gefahr wählen Sie den Polizeinotruf 117 oder den Euro-Notruf 112.

Welche Beweise sollten Sie sichern?

Sichern Sie das Profil mit allen Fotos, sämtliche Chats und E-Mails, Telefonnummern, Links, Kontodaten und Zahlungsbelege, am besten mit Datum und Uhrzeit, bevor der Täter sein Konto löscht.

Ohne Beweise sind Ermittlungen deutlich schwieriger. Beginnen Sie mit dem Sichern, sobald Sie einen Verdacht haben. Die Polizei rät außerdem, E-Mails im Original und Überweisungsbelege aufzubewahren.

BeweisWo Sie ihn findenSo sichern Sie ihnWarum er wichtig ist
Profil und ProfilfotosDating-Seite, soziales NetzwerkScreenshot mit sichtbarem ProfilnamenZeigt die falsche Identität
Alle NachrichtenPlattform, WhatsApp, Telegram, E-MailScreenshots oder Export des ChatverlaufsBelegt das Vorgehen des Täters
TelefonnummernAnrufliste, MessengerAlle Nummern notierenKönnen ermittelt werden
E-Mail-AdressenPostfachE-Mails nicht löschen, Adressen notierenKönnen ermittelt werden
ZahlungsbelegeKontoauszüge, Zahlungsdienst, Krypto-WalletBelege herunterladen und speichernGrundlage für Bank und Polizei
Kontodaten des EmpfängersZahlungsaufforderungenIBAN, Name und Bank notierenErmöglicht Rückfragen bei der Empfängerbank
Links und WebseitenNachrichtenScreenshot mit sichtbarer AdresseGefälschte Seiten verschwinden schnell

Wie melden Sie ein Profil bei Smooch?

Bei Smooch können Sie jedes Mitglied direkt blockieren und melden. Jede Meldung wird vom Moderationsteam geprüft. Bei anderen Plattformen nutzen Sie deren Melde-Funktion.

Eine Meldung bei der Plattform ersetzt keine Anzeige, ist aber wichtig: Sie sorgt dafür, dass das Konto geprüft und gesperrt werden kann, bevor weitere Menschen betroffen sind. Bei Smooch können Sie jedes Mitglied direkt im Mitgliederbereich blockieren und melden. Das Moderationsteam von Smooch prüft jede Meldung.

Bitte beachten Sie: Der Mitgliederbereich von Smooch ist vorerst auf Englisch, die deutsche Übersetzung ist in Arbeit. Bei Fragen erreichen Sie uns über die Kontaktseite. Wie Smooch Profile prüft, lesen Sie unter Wie Smooch Sie schützt.

Bekommen Sie Ihr Geld zurück?

Eine Garantie gibt es nicht. Die besten Chancen haben Sie, wenn Sie Ihre Bank sehr schnell informieren. Geld, das per Kryptowährung, Gutscheinkarte oder Bargeldtransfer geflossen ist, ist meist verloren.

Ob sich Geld zurückholen lässt, hängt vor allem vom Zahlungsweg und von der Zeit ab. Bei einer Überweisung kann die Bank manchmal noch eingreifen, solange das Geld nicht weitergeleitet wurde. Bei Kartenzahlungen lohnt die Frage nach einer Rückbuchung. Kryptowährungen, Gutscheinkarten und Bargeldtransfers sind dagegen kaum rückholbar.

Wie Love-Scammer vorgehen und woran Sie die nächste Masche früh erkennen, lesen Sie unter Love-Scamming: So funktioniert Liebesbetrug und Fake-Profile erkennen.

Wo finden Betroffene Unterstützung?

In allen drei Ländern gibt es kostenlose Telefone für Opfer und Menschen in Krisen. Sie müssen das nicht allein durchstehen, ganz gleich, ob Geld verloren ging oder nicht.

Ein Love-Scam ist kein Zeichen von Dummheit. Die Täter sind Profis darin, Gefühle wie Liebe, Mitgefühl und Loyalität auszunutzen. Scham, Wut und Trauer um eine Beziehung, die es nie gab, sind normale Reaktionen. Darüber zu sprechen hilft.

LandStelleKontaktWofür
DeutschlandPolizei (Onlinewachen)portal.onlinewache.polizei.de, Notruf 110Anzeige
DeutschlandSperr-Notruf116 116Karten und Online-Banking sperren
DeutschlandWeisser Ring, Opfer-Telefon116 006 (täglich 7 bis 22 Uhr)Beratung für Kriminalitätsopfer
DeutschlandTelefonSeelsorge0800 111 0 111, 0800 111 0 222, 116 123Gespräch in der Krise, rund um die Uhr
ÖsterreichPolizeiJede Polizeiinspektion, Notruf 133Anzeige
ÖsterreichBundeskriminalamtagainst-cybercrime@bmi.gv.atMeldung von Internetkriminalität
ÖsterreichWatchlist Internetwatchlist-internet.atOnline-Betrug melden, Warnungen
ÖsterreichOpfer-Notruf (Weisser Ring)0800 112 112Beratung für Kriminalitätsopfer
ÖsterreichTelefonseelsorge142Gespräch in der Krise, rund um die Uhr
SchweizKantonspolizeiPolizeiposten, Notruf 117Strafanzeige
SchweizBundesamt für Cybersicherheitbacs.admin.chCybervorfälle melden
SchweizDie Dargebotene Hand143Gespräch in der Krise, rund um die Uhr
SchweizSchuldenberatungschulden.chHilfe bei finanziellen Problemen

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Anzeige, wenn der Täter im Ausland sitzt?

Ja. Auch wenn die Täter schwer zu fassen sind: Nur angezeigte Fälle können verfolgt werden, und jede Anzeige hilft der Polizei, Maschen und Zusammenhänge zu erkennen. Die Polizei in allen drei Ländern rät deshalb ausdrücklich zur Anzeige.

Kann ich auch Anzeige erstatten, wenn ich kein Geld verloren habe?

Ja. Ein Betrugsversuch kann ebenfalls angezeigt werden. Besonders wichtig ist das, wenn Sie Ausweiskopien, Kontodaten oder intime Fotos verschickt haben, die missbraucht werden könnten.

Ich wohne in Deutschland, der Betrug lief aber über das Internet. Welche Onlinewache ist zuständig?

Laut Portal der Onlinewachen wählen Sie bei Taten im Internet oder an unbekanntem Ort das Bundesland, in dem Sie wohnen.

Kann ich mich anonym beraten lassen?

Ja. Das Opfer-Telefon des Weissen Rings in Deutschland (116 006), der Opfer-Notruf in Österreich (0800 112 112) und die Dargebotene Hand in der Schweiz (143) beraten anonym. Für eine Anzeige bei der Polizei müssen Sie dagegen Ihre Daten angeben.

Quellen

  1. Onlinewachen der Polizeien in Deutschland (geprüft im Oktober 2026)
  2. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Scamming (geprüft im Oktober 2026)
  3. Sperr-Notruf 116 116 (geprüft im Oktober 2026)
  4. Weisser Ring: Opfer-Telefon 116 006 (geprüft im Oktober 2026)
  5. TelefonSeelsorge Deutschland (geprüft im Oktober 2026)
  6. Bundeskriminalamt Österreich: Meldestellen (Meldestelle Cybercrime, geprüft im Oktober 2026)
  7. Bundeskriminalamt Österreich: Infoblatt Love Scam (geprüft im Oktober 2026)
  8. Bundesministerium für Inneres (Österreich): Cybercrimereport 2025 (31.001 angezeigte Fälle von Internetbetrug 2025, geprüft im Oktober 2026)
  9. Watchlist Internet (geprüft im Oktober 2026)
  10. oesterreich.gv.at: Beratung für Verbrechensopfer (Opfer-Notruf) (geprüft im Oktober 2026)
  11. Gesundheitsportal Österreich: Notrufnummern (Polizei 133, Telefonseelsorge 142, geprüft im Oktober 2026)
  12. Schweizerische Kriminalprävention: Romance Scam (geprüft im Oktober 2026)
  13. ch.ch: Gefahren im Internet (Strafanzeige und Meldeformular des BACS) (geprüft im Oktober 2026)
  14. Bundesamt für Cybersicherheit BACS (neue Website seit August 2026, geprüft im Oktober 2026)
  15. Netzwoche: BACS warnt vor KI-generierten Bildern beim Romance Scam (8. April 2026) (geprüft im Oktober 2026)
  16. Kanton Basel-Landschaft: Digitale Anzeigeerstattung von Cyberdelikten auf Suisse ePolice (28. Januar 2026) (geprüft im Oktober 2026)
  17. Blick: SBB arbeiten mit der Dargebotenen Hand 143 zusammen (25. September 2026) (geprüft im Oktober 2026)
  18. Kantonspolizei Thurgau: Notrufnummern-Karte (Polizei 117, Euro-Notruf 112, geprüft im Oktober 2026)

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